(* 12. Februar 1930 in Dresden)

Zwei thematische Säulen fundieren das Gesamtwerk des Bildhauers, Zeichners, Malers und Schriftstellers Wieland Förster, der sein Künstlerdasein als Schicksal betrachtet und zu einem der bedeutendsten deutschen Künstler der Nachkriegskunst zählt.

Aufgewachsen in einer perniziösen Phase, inmitten von Faschismus, Krieg und Tod entwickelt der Bildhauer das innere Verlangen, lebenslange Mahnmale für die sinnlos Verstorbenen jener Zeit zu schaffen. Die andere Basis in seinem Werk stellt das Motiv der Liebe dar, die neben dem Lebensthema Tod, als Hoffnungsträger zu einem annehmbaren Ausgleich beiträgt. Försters Arbeiten sind mit existenziellen Erfahrungen seines Selbst verwurzelt und vermitteln neben der Sehnsucht nach Liebe und Schönheit und einem starken Überlebenswillen auch Schmerz und Angst.

Er stellt seine menschlichen Figuren in Gestalt von Torsis dar, die es ihm ermöglichen – aufgrund des Reduktions- und Abstraktionscharakters – die Menschen auf ihre Wesentlichkeit zurückzuführen.

Der Torso symbolisiert für Förster die Ganzheit – Vitalität –, wobei die Materialbeschaffenheit, aus der er seine Skulpturen schöpft, eine untergeordnete Rolle einnimmt. Als Bildhauer greift er auf Beton, Stein oder Holz zurück, als Plastiker widmet er sich Ton, Gips und Bronze.

Eine zentralere Rolle nimmt sein Streben nach Substanz ein – die man ebenfalls bei der Skulpturenkunst von Constantin Branusci oder Henry Moore findet –, die als absolute Norm in seiner plastischen Figurengestaltung unerlässlich ist und, wie der Künstler selbst sagt, aus „Leidenschaft, Liebe, Hingabe und Hass, aus einer enormen seelischen Kraft“ entsteht, aus „der Intensität des Seins. Sie lebt sich aber auch als Energie aus, im mäandernden Vorwärtsdrängen von Rhythmus und Form, wie etwa in der Musik von Johann Sebastian Bach.“ Hieraus resultieren seine drei bildhauerischen Kriterien, denn neben der rhythmischen Ordnung und dem Inhalt der Form ist der maßliche Aufbau zentral.

Seine naturnahen Darstellungen drückt der Künstler in eiförmigen Gebilden aus, denn in ihr sieht er eine vehemente Lebenskraft, die treibt und wächst. Im Alterswerk des Bildhauers verändern sich seine rational aufgebauten und eiförmigen Skulpturen zu eher intuitiv modellierten Darstellungen.

Försters Kunst, die aufgrund ihres Temperaments und Charakters mit der Kunst von Donatello wesenverwandt ist, dient dem Betrachter als Mitteilung.

Von 1961 bis 2007 war der Bildhauer als freischaffender Künstler in Berlin und in der Nähe von Oranienburg in Brandenburg tätig, wo er heute noch lebt und als Autor tätig ist. Nach seiner Tätigkeit als Technischer Zeichner widmete er sich von 1953 bis 1958 dem Studium der Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und war von 1959 bis 1961 Meisterschüler an der Deutschen Akademie der Künste in Berlin.