(* 3. Januar 1932 in Goch am Niederrhein; † 28. Juli 2009 in Stuttgart)

Der Maler, Illustrator und Kunsthochschullehrer Rudolf Schoofs zählt zu den bedeutendsten deutschen Nachkriegskünstler. Ausgehend der informellen Kunstströmung entwickelte er seine ganz eigene abstrakte Bildsprache, die sich insbesondere durch sein graphisches Denken und Auffassungsvermögen hervorhebt.

Wie ein roter Faden zieht sich das Thema der menschlichen Figur im Raum und Landschaft durch sein Œuvre.
Egal ob er mit Kohle, Bleistift oder Ölfarbe seine Werke anfertigte, sie beinhalten eine haptischen Sensualität, denn sie werden mit einer zarten Linienführung auf Papier oder Leinwand übertragen. Lediglich der variable Druck der Hand bestimmt die vielschichtigen „Mentalitäten“ des Ausdrucks. Der Künstler verzichtete auf gestische Affekte und verwendet ruhige Farben, wobei sich in seinem Spätwerk die Farbigkeit steigerte. Es zeigt die Reife des Malers, wobei er immer an der Leichtigkeit und der Eleganz eines empfindsamen Auftrags festhielt.

Nachdem in seinem Frühwerk die Figuren eine dominante Rolle einnahmen wechselte er Mitte der 80er Jahre seine Thematik und widmete sich Städtebildern, mit denen er 1981 auf der Biennale in São Paulo vertreten gewesen ist.

Schoofs reiste sehr viel, weshalb man seine Leinwand als Atlas lesen kann, in denen er die Eindrücke verschiedener Kontinente festhielt. Es handelt sich um horizontale Lineaments und Formen, die sich über den Grund erstrecken. Die Freiheit in Duktus charakterisieren die hingeschriebenen Linien, die ornamental und arabeskenhaft über die Fläche schwingen. Diese Bewegtheit wird durch ein tonales Farbprogramm melodisch unterstützt, wobei die Farbigkeit einen Mehrtonklang ergibt. Schatten, Positivformen und Leerflächen verhalten sich wie ein Dreiklang zueinander: Wie im Dialog teilen sich die anthropomorphen Gestalten die Leinwand und harmonisieren gemeinsam zwischen Schwere und Leichtigkeit ohne jeglichen Anschein von Gegenständlichkeit hervorzurufen.

Schoofs war nicht nur ein herausragender Künstler, sondern war bis 1997 an verschiedenen Hochschulen – Karlsruhe, Stuttgart – tätig, wobei er innerhalb seiner Lehrtätigkeit eng mit seinen Studierenden verbunden gewesen ist. Er selbst studierte von 1952 bis 1954 bei Georg Muche in Krefeld, dessen Assistent er im Anschluss wurde.

Nach langer Krankheit verstarb der Maler im Alter von 77 in Stuttgart, wo er zuletzt lebte und arbeitete.