(* 23. Juni 1932 in Heidelberg; † 02. März 2012 in Mannheim)

Der autodidaktische Künstler Norbert Nüssle studierte von 1951 bis 1956 in Heidelberg, in Lille und Paris Romanistik und widmete sich zu jener Zeit bereits der Malerei. Mitte der sechziger Jahre entstand eine Reihe von Kunstwerken, auf denen Nüssler befremdliche anthropomorphe Individuen präsentiert, die der Künstler selbst „Pim“ nennt. Hierbei handelt es sich um malerische Werke, in denen materielle Objekte – Fundstücke verschiedener Art – integriert werden. Dieses Sujet markiert den Beginn seines wesentlichen Gestaltungsmerkmals, den Collagen, in denen er auf ganz spezielle Weise auf vorgefundene reale Verhältnisse verweist.

Ab 1970 entstehen unter dem Thema „Urbane Landschaften“ zahlreiche groß- sowie kleinformatige dreidimensionale Werke. Das zeichnerische Element wird mit zahlreichen Fundstücken, wie Sand, Bonbonpapier, Polaroidfotos und Ausrissen von Zeitungsreklamen kombiniert. Somit beginnt das Werk an sich nicht erst im Atelier des Künstlers, vielmehr in der Stadt oder an dem Platz, wo die Abfälle gesammelt, im Anschluss selektiert aufbewahrt und schließlich zu einem harmonischen Gesamtwerk zusammengefügt werden. Obwohl sich der Künstler verschiedener Techniken und heterogenen Materialien bedient, schafft er es, seinen Collagen eine höchst subtile Räumlichkeit zu verleihen. Motivisch greift Nüssle insbesondere Frankreich und Mannheim auf, wo er sein Leben verbrachte. Die dargestellten Straßen und Plätze können nicht nur zu gesehen, sondern die dort herrschende Dynamik kann vom Betrachter physisch nachempfunden werden.

Seine Collagen „objets trouvés“ (gefundene Objekte) – mit der Thematik sich u.a. Kurt Schwitters oder Marcel Duchamp beschäftigten – sind in der Kunstszene einzigartig und können in zahlreichen Museen Deutschlands, aber auch in Frankreich, besichtigt werden.

 

ARBEITEN

Collagen, Papierarbeiten

 

FOTOS

Norbert Nüssle_1

Norbert Nüssle_2

Norbert Nüssle_3