(* 05. April 1923 in Sonderborg (Dänemark); † 18. Februar 2008 in Hamburg)

Der in Dänemark geborene Künstler K.R.H. Sonderborg – geboren als Kurt Rudolf Hoffmann – nannte sich ab 1951 nach seinem Geburtsort, um nach dem Krieg nicht als deutscher Künstler identifiziert zu werden. Gleichsam verhält es sich bei dem Künstler mit dessen Einordnung in eine Gattung. Trotz einer Verbindung zur informellen Kunst ist sein Werk aufgrund seines expressiven und authentischen Ausdrucks schwer zu fassen. Es ist singulär und beinhalten den ganz eigenen Stil eines Malers. Der Künstler lässt sich nur ungern einer Richtung zuordnen, denn „ich [Sonderborg] kann nur soviel zu meinen Bildern sagen, dass ich weiss, dass ich sie gemacht habe, wo ich sie gemacht habe und wann ich sie gemacht habe.“

Zumeist handelt es sich bei seinen Werken um nicht-figurative Werke. Dennoch gibt es einige Ausnahmen, in denen er in seinen Bildern einen aktuellen Bezug herstellte und diese demnach realistisch erscheinen lassen, wobei es sich z. B. um die Wiedergabe eines Maschinengewehrs handelt.

Sonderborgs künstlerische Karriere begann 1946 in Hamburg. Er studierte dort an der Landeskunstschule Malerei und Grafik bei Willem Grimm und Textilentwurf bei Maria May. Die Hansestadt bat dem Künstler ein Umfeld, das ihn faszinierte und viele Sujets bot: Die Elbe, der Hafen mit seinen unzähligen Schiffen und Kränen, sowie die Gleise der Güterbahnhöfe. Anfang der 50er Jahre beinhaltete seine Kunst mehr Bewegung, sie ziehen uns in Sonderborgs rhythmisierten Malstrom hinein, da sie die Lebendigkeit des nervösen, flirrenden oder aufspritzenden Wassers nachempfinden lassen.

Diese Dynamik spiegelt sich ebenfalls in seinem Leben wider: Er reiste viel – u. a. nach Paris und Chicago –, wodurch er mit dem Tachismus und Action Painting in Berührung kam. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem Maler ohne Atelier, da viele seiner energiegeladenen Leinwände in Hotelzimmern entstanden sind.

Der Maler bediente sich demnach unterschiedlichen Ansätzen in seiner Bildsprache. Was sie alle beinhalten ist die Unmittelbarkeit. Die Arbeiten sind direkt, implizieren Aspekte von Stärke und Gewalt und sind für den Künstler selbst ein Rätsel. Was kein Mysterium bleibt ist die Tatsache, dass der Maler den Prozess des Lebens spürbar und greifbar macht. Im Dasein befindet sich Alles im Fluss, im Wandel, ist stets in Bewegung – Leben ist Veränderung. Ein Anklang an die Künstlergruppe ZEN 49, der sich der Künstler 1953 anschloss.

Nach einem Aufenthalt im Konzentrationslager nahm Sonderborg an der documenta II und III in Kassel teil. Er hatte von 1965 bis 1990 eine Professur für Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart inne, die er von 1969 bis 1970 unterbrach, da er als Gastprofessor am Minneapolis College of Art and Design und 1986 Gastprofessor am Art Institute in Chicago tätig gewesen ist.

Trotz seiner vielen unterschiedlichen Lebensmittelpunkten verlor der Künstler nie seine Liebe zu Hamburg, wo er lange Zeit lebte und 2008 verstarb.