(* 17. Mai 1940 in Zwickau)

Der in Zwickau geborene Hartwig Ebersbach studierte von 1959 bis 1964 bei Bernhard Heisig an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Seither arbeitet er dort als freischaffender Maler, Grafiker und Installationskünstler.

Bekannt wurde er insbesondere durch seine „Kasper“-Serie. Der „Kasper“ ist Ebersbachs alter ergo – die Malerei ist Medium seiner Selbstäußerung, die er auf Leinwand oder Pappe auf expressionistische und virtuose Weise auslebt. Man könnte seine Malweise dem visionären Expressionismus zuordnen, wobei seine Vision auf einem existentialistischen Ursprung basiert. Seine Bilder gewinnt er im Traum, wodurch er sein Innerstes sichtbar macht.

Seine Empfindungen werden nicht erst auf der Leinwand erkennbar, sondern lassen sich bereits beim Malakt spüren. Dieser gleicht einer schöpferischen Konvulsion, indem er die Farbe mit all seiner konzentrierten Kraft wild zuckend auf die Leinwand aufträgt und die ausgequetschten Farbtuben in den Farbteig hineindrückt. Ebersbachs ausgehende Impulse, wie Wut und Trauer, verschmelzen während des Malprozesses miteinander, so wie der Künstler selbst mit dem Bild: Er lässt sich immer mehr hinter sich bis er schließlich zum Bild wird.

Seine impulsive und aus anarchischer Tiefgründigkeit fundierende Malerei ist geprägt von seinen Auslandsaufenthalten, wie z.B. Japan (1990) oder Afrika (1992). Dies war der Zeitpunkt, an dem er sein zentrales Thema „Kasper“ überwunden hatte und dies von einem neuen Sujet – einem „Drachen“ – abgelöst wurde. Der östliche Einfluss findet sich zudem in seinen Natur- und figurativen Abbildungen wieder. Auch wenn das Dargestellte nicht der realistischen Wahrheit entspricht, sind sie identisch mit dem Künstler, da ihn diese personifizieren.

„Gemälde haben ein eigenes Leben, das ganz und gar der Seele des Malers entstand (…)“ (Van Gogh). Bei Ebersbach entstammt das Œuvre nicht nur aus der Seele des Malers, sondern seine Kunstwerke sind der Künstler.

FOTOS

Hartwig Ebersbach_3

Abbildungsnachweis Hartwig Ebersbach:

Hartwig Ebersbach_3: Hartwig Ebersbach und Timm Gierig, 1989, in: Hartwig Ebersbach. Eine Auswahl aus den Jahren 1981 – 1995, Bilder und Grafik, Lagerkatalog 1997, Timm Gierig – Frankfurt, S. 34.