(* 13. Mai 1910 in Linz, † 19. November 2001 in Linz)

Der Maler und Lyriker Fritz Fröhlich studierte von 1929 bis 1937 an der Akademie der Bildenden Künste Wien bei Wilhelm Dachauer und Ferdinand Andri. 1940 wurde er in die Wehrmacht eingezogen. Seine erlebten Kriegserfahrungen beeinflussten ab 1946 seine verschiedenen künstlerischen Experimente spürbar. Hierbei entstanden Figuren wie Artisten, Harlekins, Hofnarren und andere Maskeraden, die dicht und auf komplexe Weise bis hin zur Verschachtelung gemäß dem analytischen Kubismus auf der Leinwand festgehalten. Seit den 80er Jahren wurde seine Hinwendung und Auseinandersetzung mit Picasso deutlich. Die Arbeiten des Künstlers entstammten der Intention und Reflexion heraus und blieben mit der figurativen und gegenständlichen Kunst eng verbunden. Werke, die aus einer erlebten, erinnerten und traumhaften Welt kamen und in denen – wie auf einer Bühne – seine Protagonisten, versteinert als Sein, gefangen zu sein scheinen. Sein zentrales Thema war immer der Mensch, der – verborgen hinter Masken – auf allegorische Ebene die Widersprüche des menschlichen Lebens vorführt. Teils dicht und komplex verschachtelt zeigen die Masken die Laster und Fehler, aber auch die Freuden und ethischen Vorzüge der Existenz eines jeden Individuums.

Teils zarte, teils kräftige Linien, umgeben von unterschiedlichen Farbkontrasten, charakterisieren Fröhlichs figürliche Darstellungen. Eine antithetische Ordnung, die eine Gebrochenheit zur Ordnung fordert und gleichzeitig aber eine Ordnung zerbrechen lässt.

Ende der 90er Jahre widmet sich der Maler einer neuen Werkserie. Diese beinhaltet thematisch Artefakte, die von Menschen stammen, darunter Tempel oder Kathedralen. Hintergrund dieser Ölgemälde ist die Frage: „Was lebt noch? WIE lebt es?“ und Fröhlich gab diesbezüglich folgende Erklärung als Motiv: „Der geheime Impuls, der einstmals die Gebilde entstehen ließ, er ist es, der auch uns Heutige in Bewegung setzt.“ Diese Werke zeichnen sich auf einem sphärischen Grund ab und erwecken den Eindruck, metaphysische Schatten zu werfen. Dennoch behalten sie ihre „Eigenschaft als Generatoren der Schönheit, als Spiegelreflex der Transzendenz“, so der Künstler.

Blickt man auf das Gesamtwerk von Fröhlich zurück, so dokumentierte und durchleuchtete der Maler auf scharfsinnige Weise das Dasein von Menschen und die hierbei entstehenden Resultate und führt uns ein Theater des Lebens vor.

Der bedeutende Vertreter der österreichischen klassischen Moderne verstarb 2001 in Folge eines Sturzes.

FOTOS

Fritz Fröhlich_1

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Fritz Fröhlich_5

Abbildungsnachweis Fritz Fröhlich:

Fritz Fröhlich_1: Fritz Fröhlich 1985, in: http://www.fritz-froehlich-sammlung.at/gfx/froehlich1985.jpg

Fritz Fröhlich_2: http://www.galerie-froehlich.at/objekte/daten/34_kunst-und-katze.jpg

Fritz Fröhlich_3: http://www.kopfstuecke.com/wp-content/uploads/2008/02/frohlich.jpg

Fritz Fröhlich_4: Fritz Fröhlich am 8. März 2000, in: Fritz Fröhlich zum 90. Geburtstag; 29. März – 13. Mai 2000 (Ausst.kat.)

Fritz Fröhlich_5: Fritz Fröhlich. Große Pastelle – Collagen aus den Jahren 1991 und 1992, S. 6.