(* 1946 in Thalmassing bei Regensburg)

Franz Hitzler ist ein Künstler, der im Alter von 15 Jahren aus seiner bayrischen Provinz ausbricht und nach Amsterdam und Paris reist, um das Rijksmuseum und den Louvre zu sehen. Er wollte die Schatzhäuser der Weltkunst berauben, „Rembrandt, Amsterdam, das ist meine Seele, mein Licht, die Sonne, sie strahlt mir entgegen.“

Zurück in Deutschland, genoss er von 1962 bis 1964 als Schüler von Heinz Butz eine Ausbildung in der Kunstschule in Augsburg. Von 1967 bis 1972 studierte Hitzler an der Akademie der Bildenden Künste, zuletzt als Meisterschüler von Franz Nagel, in München.

Ende der 60er Jahre beschäftigt er sich mit Skulpturen und Keramiken, woraufhin er sich ab 1970 ersten Holzschnitten und Monotypien widmet. Seit dieser Zeit entstehen seine charakteristischen ikonographischen Motive aus seiner eigenständigen Formensprache.

Nach lithographischen Arbeiten beginnt er 1982 mit ersten aufgerissenen und collagierten Werken, wobei sich Farbe über Farbe – egal ob Hell über Dunkel oder andersherum – tummelt. Unterschiedliche Bilder können übereinander oder miteinander zu Einem montiert werden, wobei sich das Auge des Betrachters in stetiger Neugier befindet, was sich wohl „dahinter“ verbirgt. Sanfte Farben wie Himmelblau, Rosa und Gelb werden mit expressiven Nuancen wie Rot und Schwarz gepaart, denn es geht dem Künstler um eine wirkliche Malerei.

Seine spontanen, mit kraftvollem Duktus gemalten, dichten Bilder scheinen auf den ersten Blick rasch zu erschließen zu sein. In der Motivwelt von Hitzler leben merkwürdige Strichfiguren, amorphe Geisterwesen, die mit ihren seltsamen Fratzen – auf dynamischem Farbgrund – den Betrachter fixieren und von geometrischen Formen umzingelt werden. Diese Fötus-Formen spiegeln das Innere des Künstlers wider, denn er setzt sich vornehmlich mit den Schicksalmächten des Lebens auseinander, die zwischen Leid und positiven Erfahrungen pendeln. Aufgrund der eigenen dargestellten Persönlichkeit des Künstlers besteht aus ihnen die Möglichkeit zur Objektivität. Hitzler löst sein Inneres und macht es frei.

Seine Wesen aus undefinierten Konturen werden farbig eingefasst und entwickeln sich in einer um- und neubildenden Verzerrung. Es scheint, als schweben sie aus einem logischen Jenseits in unsere Welt herüber. Vermitteln die unheimlichen Gebilde mit ihrer lebhaften Gestik Bedrohung oder Angst, so steht ihnen die Farbgebung gegenüber, die keine Atmosphäre von Schrecken verbreitet.

Der heute in München und im Allgäu lebende und arbeitende Künstler schließt kunsthistorisch gesehen bei der COBRA-Bewegung an und lässt den Zauber der alten Hölzel-Schule aufscheinen. Renommierte Kunsthistoriken haben sich bereits über ihn geäußert und seine Werke finden sich in namhaften und wichtigen Galerien sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene.

 

FOTOS

Franz Hitzler_4

Abbildungsverzeichnis Franz Hitzler:

Franz Hitzler_4: Franz Hitzler, Malerei, Timm Gierig, S. 70.