(* 04. Februar 1941 in Bregenz)

Viele Künstler beschäftigen sich in ihren Werken mit der Darstellung des menschlichen Körpers. Hingegen ist der österreichische Künstler Erich Smodics ein Individualist, der sich auf spezielle Weise in seiner Kunst inmitten eines schroffen Wiener Naturalismus und eines Phantastischen Realismus – geprägt von der Kunst der Renaissance und des Manierismus – bewegt. Sein markanter Formensinn wurde in der Zeit seiner Ausbildung zum Vorzeichner und Formenstecher für Tapetendrucke entscheidend lanciert. Das innere Verlangen, eigene Motive zu kreieren, veranlasst Smodics Maler, Zeichner und Bildhauer zu werden.

In den frühen Arbeiten – sechziger Jahre – setzt er sich intensiv mit Landschaften und Stillleben auseinander. Teils findet sich der Phantasiegehalt in diesen Werken darin, dass er seine Motive einer eigenen Bild-Metamorphose unterwirft, in dem die Landschaft die Gestalt eines Fisches oder ein Stillleben die einer Landschaft ähnelt.

Nach der Fertigung von farbig novellistischen Bildtafeln widmet sich der Maler intensiv der Studie des menschlichen Körpers in Form von Aktzeichnungen. Sein Interesse gilt zum einen der Körperlichkeit als Formproblem zum anderen der Verfremdung des Körpers als Formstudie. Fasziniert von Max Beckmann oder Otto Dix lassen sich in seinem expressiven Stil kritische Themen wie menschliche Ängste und Unsicherheit erkennen, mit denen Smodics den Betrachter nicht provozieren oder verunsichern möchte. Seine Körperstudien – gefertigt u. a. mit schweren Graphitstift, Aquarell, Lack oder Terpentinspritzern – fertigt er auf unterschiedliche Arbeitsweisen, die oft parallel verlaufen. Neben dem Körper, der sich in seinem Werk in all seinen Erscheinungsformen – sitzend, liegend oder stürzend – finden lässt, nimmt die Darstellung des Torso eine entscheidende Rolle ein. Der Torso kann aus allegorischer Sicht als Teilstück Vanitas-Symbol sein. Betrachtet man es als Teil von einem Ganzen, steht es für Leben. Demnach erscheinen die Figuren als Universalparabel, sie sind Smodics absolute Obsession.

Der Zeichner verwendet in seinen Werken insbesondere – in sämtlichen Nuancen – die Farbe Braun, die eine mögliche Annäherung in das Innere von Smodics erlaubt. Laut Lüscher steht Braun für die Suche nach Geborgenheit. Für Oswald Spengler ist Braun „die eigentliche Farbe der Seele, einer historisch gestimmten Seele.“

Beim Betrachten all seiner verschiedenen Werke steht zunächst – insbesondere aufgrund seiner Formsicherheit – der ästhetische Eindruck im Vordergrund. Bei intensiverer Auseinandersetzung wird die skeptische Weltansicht Smodics spürbar, in dem seine Werke – in ihrer formalen Ganzheit – zu Sinnbildern für Verfall, Bloßlegung und Tod, für menschliches Leben werden.

Smodics ist seit 1971 autodidaktisch als Maler, Graphiker und Bildhauer in seiner Geburtsstadt Bregenz tätig. Seit vielen Jahren verbindet Timm Gierig und der Künstler eine enge Freundschaft.

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Abbildungsnachweis Erich Smodics:

Erich Smodics_1: http://www.wirtschaftszeit.at/typo3temp/pics/5H9D0698_9fc40c200b.jpg

Erich Smodics_2: http://cdn1.vol.at/2011/10/112_9093-600×400.jpg

Erich Smodics_3: http://3.bp.blogspot.com/-EmO2p3ambiI/Tow-T-Oxq2I/AAAAAAAAAGU/VLf19WuzOA8/s1600/Bilder_blogger_portraits.jpg

Erich Smodics_4: Erich Smodics, Timm Gierig Ausstellungskatalog, S. 98.

Erich Smodics_5: Erich Smodics, Herbert Albrecht und Timm Gierig im Juli 2006 (v.l.n.r.), in: Erich Smodics. Leinwand / Papier, Timm Gierig (Ausst.kat.), Frankfurt am Main 2006, S. 1.