(* 1963 in Schwäbisch Gmünd)

Daniel Wagenblast sieht sich selbst als Bildhauer im traditionellen Sinn. Die Formen seiner Arbeiten gewinnt er, in dem er das Holz mit einem Stechbeil zurechtschneidet. Die hierbei resultierenden geradkantigen Spuren lassen malerische Pinselhiebe evozieren.

Aufgrund des verwendeten Materials beinhalten seine Figuren in ihrer Ästhetik einen irdischen Charakter. Es ist ein Arbeiten im Dialog mit dem Holz, da dessen natürliche Spannkraft und Elastizität, die Farbe, aber auch der Duft das Ergebnis der Skulptur entscheidend beeinflussen. Auch wenn der Künstler Arbeiten als Eisen-, Bronze- und Aluminiumgüsse reproduzieren lässt oder sogar aus Styropor schnitzt, so beschäftigt er sich zwar mit anderen Materialien, der Kerngedanke aber entwächst aus dem Holz.

Seine Skulpturen repräsentieren Männer von einfachem Habitus. Sie stehen, liegen oder sitzen und werden mit Attributen wie Raketen, Autos, Weltkugeln oder Krokodilen auf symbiotische Gemeinschaft miteinander verbunden. Es handelt sich um humorige Figuren, deren Inszenierungen voller Leben sind und dies nicht nur aufgrund der bunt bemalten Oberflächen – die mit ihren heftigen Kontrasten an die Farbgebung der Pop-Art erinnern – sondern hinsichtlich dem Ironischen, mitunter Melodramatischen, das sie in ihren Konstellationen dem Betrachter vor Augen führen.

Die auf ihre Grundform reduzierten Bildwerke erinnern zum einen an Bauserien aus der Spielzeugwelt – wie etwa „Playmobil“ – zum anderen an traditionelle Schnitzwerkstätten, aus denen christliche Figurenprogramme hervorgehen. Bei den dargestellten Männern handelt es sich um Einzelfiguren mit einer Passion, die in ihrer Art den Eindruck erwecken, Heldenmotive aus Heiligenmythen übernommen zu haben. Das menschliche Dasein wird mit der technischen Welt kombiniert und verweist auf das mentale Konsolidierungsdilemma – die Passion Wagenblasts.
Der Künstler lebt und arbeitet in Stuttgart und studierte von 1984 bis 1990 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in seiner heutigen Heimatstadt bei Peter Grau und Rudolf Schoofs.

Wagenblast realisiert im In- und Ausland zahlreiche Platzgestaltungen und Außenskulpturen, wie zum Beispiel in Barnsley (England), aber auch in Hamburg oder Stuttgart.

FOTOS

Daniel Wagenblast_1

Daniel Wagenblast_2

Abbildungsnachweis Daniel Wagenblast:

Daniel Wagenblast_1: Daniel Wagenblast in seinem Atelier, in: Daniel Wagenblast. Mensch Tier – Welt-All – Technik, S. 2.

Daniel Wagenblast_2: Daniel Wagenblast. Unterwegs, o.S.