(* 26. September 1940 in Schlotheim)

Arno Rink zählt zu den bedeutendsten Wegbereitern der Neuen Leipziger Schule. In seinem Werk findet eine spannungsreiche Korrelation zwischen Grafik und Malerei statt, wobei sich – wie der Künstler selbst sagt – „die Bereiche gegenseitig stimulieren“. Womöglich beruht dieses synthetische Miteinander auf seiner künstlerischen Ausbildung, die er von 1958 bis 1961 an der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät in Dresden – zeichnerische Part – und von 1964 bis 1967 bei Bernhard Heisig in Leipzig an der Hochschule für Grafik und Buchkunst – eher malerische Part – absolviert.

Rink ist ein erotischer Grafiker und Maler, dessen Phantasie sich am hochexplosiven weiblichen Kosmos entfacht. Mit Hilfe des weiblichen Wesens sollen die Tiefen der menschlichen Psyche, in der verbogene und verdrängte Ängste ruhen, ans Licht gebracht werden. Diese beunruhigenden menschlichen Zustände vermittelt Rink in seinem Werk indem er z.B. seine Figuren mit fahlen Fleischfarben darstellt und auf die Gefährdung des menschlichen Daseins verweist, denn der bevorstehende Verfall eines jeden Menschen ist bereits immanent. Seine Bilder werden von Diagonalen und Vertikalen durchzogen, wobei ihr inneres Gleichgewicht gestört wird.

Kontinuierlich findet sich im Werk von Rink eine memorabel weibliche Figur – eine Schlüsselgestalt –, deren Hauptcharakteristikum ihre flatterhafte Form ist und an eine bekannte antike Kunstfigur erinnert. Ob bekleidet oder nicht, die schillernde Figur – zugleich anziehend als auch furchteinflößend – offenbart einen atmosphärisch dichten Sog, der sexuell aufgeladen ist. Die Sexualität kann den Betrachter doppeldeutig infizieren, denn es geht von ihr sowohl eine faszinierende wie auch schreckliche Wirkung hervor. Rink ruft damit ein Pandämonium der Begierde und Erbarmungslosigkeit auf, in dem er sich zudem in Form von Selbstportraits abbildet.

In seinem künstlerischen Schaffen, das sich nun über 50 Jahre erstreckt, verwandelte sich seine Arbeitsweise. Seine frühere farbenfrohe und figurative Malweise ist von monochrom gehaltenen und kompositorisch reicheren Ölgemälden ersetzt worden.
Rink spricht von einem „Altersstil“, denn „seit 2005 findet man zunehmend Landschaften und dunkle Atelierbilder in meinem [Rink] Werk, die eine Art Parallelwelt darstellen, als Gegenstück zur schönen Klassik.“

Der Künstler war als Dozent, Professor und Rektor an seiner einstigen Universität in Leipzig tätig, wobei namhafte Künstlerpersönlichkeiten, wie z.B. Neo Rauch zu seinen Schülern zählen.

FOTOS

Arno Rink_5

Abbildungsnachweis Arno Rink:

Arno Rink_5: Arno Rink, Malerei und Grafik, Timm Gierig (Ausst.kat.), S. 72.