(* 27. Februar 1928 in Wien; † 5. Dezember 2009 in Wien)

Der Österreicher Alfred Hrdlicka war Zeichner, Maler, Bildhauer, Grafiker und Schriftsteller, dessen Werke sich an der Darstellungskraft des Menschen orientieren, denn „alle Macht in der Kunst geht vom Fleisch aus“, so der Künstler.

Nach einer Lehre als Zahntechniker studierte Hrdlicka von 1946 bis 1952 sowohl bei Albert Paris Gütersloh und Josef Dobrowsky Malerei als auch von 1953 bis 1957 Bildhauerei bei Fritz Wotruba an der Akademie der Bildenden Künste in Wien.
In seinem künstlerischen Schaffen positioniert sich der Bildhauer bewusst gegen die Zeitströmung der Abstraktion – die einen reinen dekorativen Aspekt beinhaltet –, er hält an der Kunst der Alten Meister fest und sieht sich selbst als Künstler der Renaissance.

Thematisch beinhalten seine figürlichen Darstellungen politische Inhalte, wodurch er mit seiner Kunst immer wieder mit gesellschaftlichen Kontroversen konfrontiert wurde. Als Uralt-Stalinist – wie er sich selbst bezeichnete – will er mit seinen Arbeiten provozieren und siehst sich als Mann des Widerstandes. Zu seinem Themen Krieg, Gewalt und Faschismus findet der Künstler ein ganz eigenes Ausdrucksmittel, in dem er sich einem figurativ-expressiven Stil unterwirft. Diese Gegenwehr findet sich auch in seiner Arbeitsweise wieder, denn Hrdlicka kämpft mit dem Stein, in dem er die Figur aus dem Verborgenen des Materials befreit.

In sein gesamtes Œuvre fließt sein Erlebtes und Empfinden mit ein. Hieraus resultieren seine Themen des unterdrückten Menschen, entmachtet in seiner eigenen Welt.

Neben mythischen und religiösen Skulpturen taucht im Werk des Künstlers die Figur einer Prostituierten auf. Der Anblick der Dargestellten löst beim Betrachter bewusst keinen ästhetischen und delektierenden Reiz aus, da die Frau inmitten von Sexualität, Gewalt und Macht leidet. Für den Zeichner ist sie als Metapher für die entblößte Gesellschaft zu deuten.

Die ausdrucksstarken Kunstwerke des Österreichers berühren den Betrachter insbesondere aus dem Grund, da er sich mit den dunklen Seiten menschlichen Handelns auseinandersetzt und sie auf realitätsnahe und unverblümte Weise zum Ausdruck bringt.
Hrdlickas wurde unter anderem durch sein Werk Mahnmal gegen Krieg und Faschismus bekannt, das 1988 in seiner Geburtstadt Wien aufgestellt wurde.

 

FOTOS

Alfred Hrdlicka_5

Alfred Hrdlicka_6

Alfred Hrdlicka_7

Abbildungsverzeichnis Alfred Hrdlicka:

Alfred Hrdlicka_5: Alfred Hrdlicka, „Blake and Füßli“; Katalog Innenseite

Alfred Hrdlicka_6: Alfred Hrdlicka, „Blake and Füßli“; Katalog Innenseite

Alfred Hrdlicka_7: Alfred Hrdlicka, „Blake and Füßli“; Katalog Innenseite