Thomas Hellinger, Arbeiten 2001-2007

Thomas Hellinger

Im Zentrum steht für Thomas Hellinger der Raum. Ihn treibt die Frage um: wie wird der reale uns umgebende Raum durch Architektur erzeugt, welche Rolle spielt das Licht bei der Gestaltung des Raumes oder anders formuliert: Wie beeinflusst beides, die Architektur und das Licht, unser Erleben im und unsere Wahrnehmung von dem uns umgebenden Raum. Als Maler setzt er sich damit per Ölfarben auf Leinwand oder Papier auseinander.

Thomas Hellinger

Anfangs hat er ausschließlich nach der Erinnerung gemalt, indem er Eindrücke von Gebäuden und Straßen aus dem Gedächtnis in Farb-Raum-Bilder überführte. Die Grundstrukturen gab er mit Linien vor, die anschließend durch den mehrfachen Farbauftrag überlagert wurden und oft ganz verschwanden. In einigen Gemälden dominieren kristalline Formen, noch dazu in streng waagerecht und senkrecht verlaufenden Farbflächen, die zwischen Tiefenwirkung und Rückklappen in die Fläche changieren. Auf anderen Bildern lösen sich Vertikale und Horizontale in einem wolkigen Weiß auf, das an Licht durchflutete Räume erinnert; ähnlich der Lichtmystik in mittelalterlichen Kathedralen.

Thomas Hellinger

Perspektivische Brüche sind überall auf den Bildern von Thomas Hellinger zu entdecken. Vielschichtig sind die Überlagerungen von Ansichten und Durchblicken. Das erinnert an Bilder des Kubismus, aber auch an neue, von der Schnitttechnik des Film geprägte Sehweisen. Das Wahrnehmen der verschiedenen Seiten eines Gegenstands hat auch mit einem Standortwechsel zu tun, das heißt Bewegung im Raum ist mit thematisiert. Die schnell wechselnden, einander überlagernden Blickwinkel und variierenden Sehschärfen hat Thomas Hellinger noch weiter verfeinert.

Thomas Hellinger

Seit dem Jahr 2000 arbeitet er mit dem Hilfsmittel Fotografie, nicht im Sinne von Nachahmung der Realität, sondern um neue Formen zu integrieren. Zentrales Arbeitsmittel ist der bewusste Einsatz des Zufalls. Architekturfotos werden im harten Schwarz-Weiß-Konstrast per Folie auf bereits entstehende Bilder projiziert. Allerdings nur im Ausschnitt, zusätzlich gedreht oder wie es der Zufall sonst so eingibt. Dann malt er die architektonischen Elemente über die bereits vorhandenen Farb-Form-Strukturen. Und auf die dadurch erzeugte, zufällige Bildkonstellation reagiert er anschließend neu.
In den neuesten Arbeiten (ab 2006) wendet er sich mehr dem landschaftlichen Aspekt zu, was schon durch die Farbwahl deutlich wird: Grün scheint häufig hervor, aber auch Blau, das ebenso für Himmel wie für Wasser stehen kann. Die malerischen Strukturen werden immer filigraner, Licht und Farben scheinen um uns herum zu flirren.

Eines ist bei Thomas Hellinger sicher: die Sicherheit des zentralperspektivischen Betrachterstandort ist aufgegeben, es herrscht Vielgestaltigkeit und Schnelllebigkeit – Synonym für unsere Zeit.

Dagmar Klein M.A.

 

– AUSSTELLUNG –
Thomas Hellinger, Arbeiten 2001-2007

– INFORMATION –
Vernissage: 26. April 2007, 19:00 Uhr
Dauer: 26. April – 15. Juni 2007
Ort: Kanzlei Baker & McKenzie, Bethmannstraße 50-54, 60311 Frankfurt am Main

Es begrüßt Sie: Axel Hamm, Kanzlei Baker & McKenzie
Es spricht: Dagmar Klein, Kunstkritikerin

Wir laden Sie herzlich zur Eröffnung der Ausstellung ein.

– INFORMATION –
Die Ausstellung ist auch in der virtuellen 3D Welt Secondlife zu besichtigen.