(* 05. November 1940 in Dresden)

Bei Volker Stelzmanns Malereien und Grafiken begegnet man modernen Bildwerken mit großer Tradition. Angelehnt an der Kunst von Otto Dix vermischt sich diese – ausgehend seiner Italienreisen – mit Einflüsse des Manierismus.

Im Zentrum seiner Arbeit steht der Mensch und dessen facettenreichen Leben. Welche Erfahrungen machen wir? Welche Enttäuschungen und Ermutigungen sind wir ausgesetzt? Neben der Verletzlichkeit der menschlichen Würde geht es auch um die Verführung durch Macht, die der Künstler insbesondere zu seiner Leipziger Zeit selbst verspürte.

Neben Porträts und Selbstporträts stellt er Nachkriegszenerien und Motive aus der christlichen Mythologie dar. Seine Werke beinhalten Begegnungen und Auseinandersetzungen, wodurch es zu einem Dialog zwischen uns als Zeitgenossen und einer Selbstreflexion kommt. Betrachtet man seine Werke, so scheinen sie – aufgrund ihrer konkreten Bildsprache – verständlich zu sein.

In einem vom Krieg zerstörten Leipzig lernte der Maler und Radierer den Bedeutungsgehalt seiner Werke in Symbole, Metapher und Allegorien zu verpacken. Was könnte hierfür der Grund sein? Stelzmann will verdeutlichen, dass eine scheinbare lineare Konstellation unseres Lebens bei näherer Betrachtung mehrschichtig ist. Diese Mehrschichtigkeit findet sich zudem in seinen neueren Bildern, die dem Betrachter unterschiedliche Interpretationen ermöglichen.

Auf der Suche nach der Wahrheit werden Historisches und Zeitgenössisches bei dem Künstler zur Unität, wobei ihn insbesondere „… die Menschen unserer Zeit interessieren, ihr Verhältnis zu sich selbst, zueinander und zur Welt… Ich hoffe, … zur Reflexion über die Dinge, zur Besinnung auf eigentlich Selbstverständliches anzuregen.“

Neben Stillleben findet man in seinem Gesamtwerk das Atelier als Ort des produktiven Geschehens, wodurch er uns einen Blick in die Arbeitssituation eines Künstlers gewährt. Einen weiteren Betrachterstandpunkt lieferte er in den 70er Jahren, in dem er Fotografien aus Tageszeitungen und Illustrierten als Bildwerke weiterverarbeitet.

Sei es, dass er ein Abbild der Wirklichkeit in Form von Fotoreferenzen schafft oder seine Werke von ihm „erfundene“ Darstellungen sind, alle künstlerischen Umsetzungen beinhalten eine Parallelität von Realität.

Seit seinem Studium an der Hochschule für Grafik in Leipzig von 1963 – 1968 ist Stelzmann als freischaffender Künstler tätig. Er nahm an zwei Biennalen in Venedig teil und zeigt seine Werke in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland und Amerika. Er war Gastdozent an der Städelschule in Frankfurt am Main und erhielt von 1988 bis 1996 eine Lehrtätigkeit an der Hochschule der Künste in Berlin.

Heute lebt und arbeitet der Maler in Berlin-Charlottenburg und Moabit.