(* 19. März 1907 in Pfarrkirchen; † 31. August 1992 in München)

Hans Wimmer zählt zu den großen zeitgenössischen Bildhauern unserer Zeit, obwohl er nicht dem „modernen“ Kunstcharakter entspricht. In seinen natürlichen figürlichen Erscheinungen von Mensch und Tier greift der Künstler auf die Tradition der griechischen Plastik zurück. Wimmer stellt im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen den Gegenstand dar, denn er enthält für ihn Alles: „unsere Abstraktion, unsere Geistigkeit, unsere Zeit.“

Das flüchtige Leben, die Vergänglichkeit gehen in seinen Porträts zu einer dauernden Form über, wobei sein Augenmerk auf dem wesentlichen Kern, auf den symptomatischen Eigenschaften eines jeden Geschöpfs liegt.

Wimmers Leben umfasste gewaltsame Kriege, gefolgt von Massenmorden und einer Unterdrückung von Freiheit. Der Bildhauer verschloss seine Augen nicht vor dieser zerstörten Welt, sondern erschafft mit seinen Darstellungen von Zeitgenossen und Grabdenkmälern ein Andenken an die Menschen, die man verloren hat. Zudem gibt er den Personen auf diese Weise etwas von ihrer zerrütteten menschlichen Würde im Zeichen von Trauer und Lebenskraft zurück.

Ein wesentlicher Bestandteil seiner Werke sind vertraute Personen, die sitzen, liegen, schreiten oder stehen und von einer bezeichnenden Melancholie getragen werden. In seinen kreatürlichen Arbeiten nimmt insbesondere das Pferd eine zentrale Rolle ein. Seit Kindheitstagen an ist ihm dieses Geschöpf vertraut. Er sieht im Pferd den Maßstab für die Natur, wodurch die Form des Körpers zur Norm der gesetzmäßigen Stereometrie wurde. Der Bildhauer fixiert in seinem umfangreichen Werk von Tier-Statuetten und –Standbildern einen Augenblick, denn er sagt selbst: „… wenn die Wange des Kindes zu dir redet und das Auge des Tieres – halte still, bewahre den Augenblick!“

Neben seinem bildhauerischen Werk entstanden zahlreiche Zeichnungen, in denen er nach der wesenhaften Form sucht und diese analysiert, um die Wahrheit des Daseins der jeweiligen Person zu ergründen.

Seine Arbeiten sind Beweis dafür, dass die natürliche Erscheinung des Humanen und Kreatürlichen die Welt im Zustand der Schöpfung spiegeln und dass ihr Ebenbild der Bildhauerei ihren Sinn verleiht. Folglich findet man in seinem Werk keinen wechselnden, sondern einen stringenten Stil.

Hans Wimmer verbrachte seine Studienjahre von 1928 bis 1935 an der Akademie der freien Künste in München und war als Professor für Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg tätig.

Vor seinem Tod übereignete er einen Hauptteil seiner Werke der Stadt Passau, die fünf Jahre zuvor im Oberhausmuseum eine eigene Sammlung für die Skulpturen instituierte.