(* 15. April 1937 in Karlsruhe)

Hans Baschang, Zeichner und Bildhauer, dessen künstlerische Ausbildung zunächst der Malerei galt, entwickelt von 1960 bis heute umfangreiche Werkgruppen, die sich miteinander als auch überlagernd und einander ablösend in sein Gesamtœuvre eingliedern.

Nach seinem Studium an der Akademie der Bildenden Künste bei Herbert Kitzel und Fritz Klemm in München, beginnt Baschang 1961 mit farbkräftigen Öl und Temperagemälden, deren Motive sich zwischen figürlichem und abstraktem Expressionismus bewegen.

Ab 1965 fertigt der Künstler Zeichnungen an, die in ihrer Farbigkeit ruhiger werden und mehr an Körperformen gewinnen. Ab 1970 gestaltet Baschang schablonierte Zeichnungen aus anatomischen Gestalten. Die Leinwand wird nicht nur um ein Medium ergänzt, sondern dieses wird wiederum in weitere Schnittebenen zerlegt und teilweise untereinander verschränkt: Es entsteht eine Collage.

Fortan werden seine Zeichnungen – gemäß seiner künstlerischen Umsetzung – freier. Der Zeichenstil wird detaillierter und die Körperformen beginnen zu zittern und beben. So wie er seine Motive auf der Leinwand zusammenfügt, so beginnt er ab 1974 die Sujets in einzelne Körperteile zu zerlegen.

Sucht Baschang nach etwas, indem er die Formen zerlegt?

Nach dieser Auseinandersetzung werden seine Gestalten wieder monumentaler. Die nuancierten Bleistiftstriche werden mit Zeichenkohle komplettiert, wodurch die Formen sich räumlich verdichten und voller Energie, Bewegung und Vitalität verfügen. Neben der Kohle liebt der Künstler Blei, weshalb ab 1983 eine weitere Gattung in seinem Werk hervortritt: Skulpturen.

Baschangs Werke nehmen uns mit auf eine Reise. Eine Reise, die uns seinen ganz persönlichen Stil zeigt und verschiedene künstlerische Auseinandersetzungen präsentiert, wobei er immer an Folgendem festhielt: Er ist Zeichner, die großformatigen Werke entspringen seiner sorgfältigen und bedachtsamen Hand und sein Sujet beinhaltet Körperphantasien und Raumillusionen.

Ursula Bode, eine bedeutende Interpretin moderner Kunst, charakterisiert Baschang´s Kunst, indem sie sagt: „Wie mit zentrifugalen Kräften geschleudert, aus Kreis und Ringelementen entfliehend, sind die spitzen Linien und scharfen Linienbündel und Strudel aufs Blatt geworfen. Der weiße Raum öffnet sich oder verdichtet sich dunkel im Zentrum, er nimmt die Energien dynamischer Strichüberlagerungen auf und gibt sie an den Betrachter weiter… .“