Friedemann Hahn (* 24. Mai 1949 in Singen am Hohentwiel)

Betrachtet man das Werk von Friedemann Hahn, so könnte man von einer Malerei sprechen, die einem „abstrakten Realisten“ zugeschrieben wird. Wie auch sein Vater, der Künstler Hans Hahn, finden sich zumeist farbfrohe Ölbilder in seinem Repertoire, darunter aber auch Aquarelle, Zeichnungen und druckgraphisches Arbeiten.

Seine Kompositionen beruhen auf Fotovorlagen und beinhalten Film-Szenen oder Einzel- und Künstler-Portraits von Monet, Dix, Munch, Cézanne oder van Gogh. Bei seinen dargestellten Figuren handelt es sich nicht um einfache Kopien der Personen, da sie bewusst einer Verfremdung unterworfen werden. Es erfolgt eine Modifizierung in Komposition und Malerei der ursprünglichen Vorgaben, wodurch er eine neue Wirklichkeit erreicht und dennoch das Urbild immer wieder in das Gedächtnis eines jeden Betrachters rückt.

Hahns Intention ist es, dass Malerei ein Medium ist, das sich auf seine ureigene Sprache beruht und nicht gezwungen werden soll, Botschaften zu übermitteln. In dem die Malerei als Medium charakterisiert wird, ist der Betrachter frei in dem was er sieht. Gleichzeitig beansprucht der Künstler selbst diese Freiheit in seinem gestalterischen Denken. Hahns Sujet aus seiner eigenen Gedankenwelt gilt aus Auslöser – als Anregung –, er denkt in Farben und Komposition, nicht an Inhalt.

Der Maler sucht nach der Möglichkeit, eine völlige Lösung aus den inhaltlichen Zusammenhängen zweier Motive zu finden. So gestaltet er eine Idolverdoppelung, in dem er zwei Rollenträger, Maler Vincent van Gogh mit Schauspieler Kirk Douglas, miteinander vereint.

In seinen Werken werden die Maltechniken der Künstler, die er abbildet, nicht übertragen oder aufgegriffen. Aus eigenem Bestreben öffnet er die Strukturen der Dargestellten, lässt diagonal durch das Bild Farbstriche fliegen und übersetzt die Personen in etwas Neues, das – wie der Künstler selbst sagt – „aber schlüssig sein muss.“

Hahn studierte Malerei von 1970 bis 1774 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und setzte sein Studium der Malerei in Düsseldorf von 1974 bis 1976 als Meisterschüler bei Karl Otto Götz fort.

Der freischaffende Künstler lehrt seit 1991 an der Akademie für Bildende Künste an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz.

FOTOS

Friedemann Hahn_1

Friedemann Hahn_2

Friedemann Hahn_3

Abbildungsnachweis Friedemann Hahn:

Friedemann Hahn_1: Friedemann Hahn. Wolfsburg und Kassel (Ausst.kat.), S. 3.

Friedemann Hahn_2: Friedemann Hahn. Wolfsburg und Kassel (Ausst.kat.), S. 116.

Friedemann Hahn_3: http://www.bz-berlin.de/multimedia/archive/00310/Friedemann_Hahn_1_31040118.jpg